TUM ehrt OroraTech für Satellitenfrühwarnsystem zur Waldbrandsuche

TUM ehrt OroraTech für Satellitenfrühwarnsystem zur Waldbrandsuche
TUM ehrt OroraTech für Satellitenfrühwarnsystem zur Waldbrandsuche | Bild: Fabian Vogl / TUM

Das Start-up OroraTech hat beim TUM Entrepreneurship Day den TUM Presidential Entrepreneurship Award erhalten. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für ein satellitenbasiertes Frühwarnsystem, das Waldbrände in frühen Stadien erkennen soll. Im Finale standen zudem DeepDrive mit einer neuen Motorarchitektur für Elektrofahrzeuge und Lio Technologies mit KI-Agenten zur Automatisierung von Beschaffungsprozessen.

Wie OroraTech Brände früher erkennen will

OroraTech betreibt nach eigenen Angaben 19 Kleinsatelliten, die mit Infrarotkameras ausgestattet sind. Im Vergleich zu klassischen Wettersatelliten bieten diese Satelliten höhere Auflösung und häufigere Überflüge, wodurch Feuerherde nach Unternehmensangaben bereits ab der Größe eines Autos erkennbar sind. Damit sollen Zivilschutzbehörden und Forstbetriebe schneller informiert werden, um Brände frühzeitig zu bekämpfen.

Das 2018 gegründete Unternehmen ist inzwischen auch auf dem US-Markt aktiv. Drei der vier Gründer lernten sich an der Technischen Universität München kennen und bauten auf Erfahrungen aus der studentischen Nanosatellitenarbeit in der Forschungsgruppe WARR MOVE auf. Bei der Entwicklung und Markteinführung zog das Team Unterstützung aus verschiedenen TUM-Lehrstühlen und Gründungsprogrammen hinzu.

Technische Ansätze der Mitstreiter

DeepDrive stellt eine Elektromotorenkonstruktion mit einem Doppelrotor vor, die laut Unternehmen eine höhere Drehmomentdichte erlaubt und Materialeinsparungen ermöglicht. Ziel ist es, Antriebe für Elektroautos effizienter und kostengünstiger zu machen. Sechs der sieben Gründer haben an der TUM studiert und kamen aus dem TUfast Racing Team, in dem Studierende Rennwagen entwickeln.

Lio Technologies entwickelt KI-Agenten, die Abläufe im Einkauf automatisieren sollen. Die Software recherchiert Lieferanten, unterstützt bei Ausschreibungen, vergleicht Angebote und kann Verhandlungen sowie Rechnungsabläufe begleiten. Das 2023 gegründete Start-up gibt an, bereits Kunden aus verschiedenen Branchen zu bedienen. Die Gründer stammen überwiegend aus universitären Programmen der Region und wurden in Gründernetzwerken gefördert.

TUM-Start-up-Ökosystem im Überblick

Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird vom Verein Freunde der TUM gestiftet. Prämiert werden laut Vergabekriterien Geschäftsideen, die auf Forschungsergebnissen beruhen, über Wachstumspotenzial verfügen und erste Finanzierungsfortschritte vorweisen.

Das Entrepreneurship Day-Programm reflektierte auch die Breite des Münchner Gründungsökosystems. Für 2025 vermeldet die TUM insgesamt 115 Neugründungen durch Forschende, Studierende und Absolventinnen und Absolventen, ein neuer Höchstwert. Die Zahl der Erstberatungen bei der TUM Gründungsberatung lag mit rund 500 ebenfalls auf einem Rekordniveau. Bundesweit erhielt die TUM 32 Bewilligungen für EXIST-Gründungsstipendien, die Ausgründungen aus Hochschulen unterstützen.

Mehr als 40 Ausgründungen präsentierten sich vor schätzungsweise 1 500 Besucherinnen und Besuchern. Parallel wurde die internationale Konferenz From Lab to Launch live übertragen. Dort diskutierten Forschende und Gründer aus Institutionen wie Oxford, Cambridge, Stanford, Berkeley und dem Imperial College London über Wege zur Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen, unter anderem im Bereich Quantentechnologie.

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