Leere Stühle im Landkreis Starnberg erinnern an Drogentote und machen Hilfsangebote sichtbar
Im gesamten Landkreis Starnberg sind in den letzten Tagen leere Stühle im öffentlichen Raum aufgestellt worden. Die Aktion des Arbeitskreis Sucht findet anlässlich des internationalen Gedenktags für verstorbene Drogengebrauchende am 21. Juli statt. Landrat Stefan Frey sagte, die Aktion solle an Menschen erinnern, die an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben sind, und zugleich auf die Bedeutung von Prävention, Beratung und Unterstützung aufmerksam machen.
Aktion und Symbolik
Die platzierten Sitzmöbel stehen stellvertretend für Menschen, die fehlen, deren Geschichten häufig ungehört bleiben und deren Verlust Angehörige und Freundinnen und Freunde belastet. Jeder Stuhl trägt einen QR Code, der auf den Instagram Kanal des Arbeitskreis Sucht verweist. Dort präsentieren sich die beteiligten Einrichtungen und informieren über Hilfsangebote. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Fotos der Stühle zu machen, in sozialen Medien zu teilen und den Hashtag #DuFehlst zu verwenden, um das Gedenken digital fortzusetzen.
Daten und Hintergründe
Der internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende wird jährlich am 21. Juli begangen. Melanie Rigorth, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie im Landratsamt, verwies auf eine alarmierende Entwicklung: „Erschreckend ist, dass die Todesopfer immer jünger werden.“ Nach Angaben des aktuellen Drogenberichts der Bundesregierung lag die Zahl der Todesopfer unter 20 Jahren im vergangenen Jahr bei 106, eine Verdopplung gegenüber 2021.
Der Arbeitskreis Sucht wurde 2008 im Landkreis Starnberg gegründet. Ziel der Kooperation ist es, die Arbeit der Einrichtungen der Suchthilfe, weiterer Institutionen und engagierter Personen zu vernetzen und Maßnahmen zur Prävention und Unterstützung zu koordinieren.
Ziele der Initiative
Mit der kreisweiten Aktion verfolgen die Initiatoren mehrere Absichten: öffentliches Gedenken an die Verstorbenen, Abbau von Stigmatisierung und Information über Beratungsangebote. Zugleich soll die Initiative Betroffene und Angehörige stärken und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Sucht und ihren Folgen fördern. Die beteiligten Einrichtungen stellen Unterstützungsangebote über ihren Instagram Kanal vor und verweisen auf Beratungsmöglichkeiten vor Ort.
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