Eichenprozessionsspinner breitet sich in Landsberg aus: Hinweise für den Umgang mit den Raupen
Der Eichenprozessionsspinner hat sich im Landkreis Landsberg in diesem Frühjahr an zahlreichen Bäumen gezeigt. Ursache für die Ausbreitung werden Klimaveränderungen und die warme, trockene Witterung im Mai genannt. Die Raupen bilden feine Brennhaare, die bei Menschen und Tieren allergische Reaktionen in Haut und Atemwegen auslösen können.
Lebenszyklus und Verbreitung
Der Falter ist im Spätsommer aktiv und legt seine Eier bevorzugt an der Rinde älterer Eichen ab. Mit dem Austrieb der Eichen im Mai schlüpfen die Raupen. Während ihrer Entwicklung häuten sie sich mehrfach. Ab der dritten Häutung entwickeln die Tiere sehr feine Brennhaare, die das Protein Thaumetopoein enthalten. Dieses wirkt bei empfindlichen Menschen und bei Haustieren als starkes Allergen.
Nachdem der Eichenprozessionsspinner in den 1990er Jahren noch selten war, wurden in den letzten Jahrzehnten deutlich mehr Vorkommen beobachtet. Der Falter kann große Strecken fliegen und bereits bereinigte Standorte rasch wieder besiedeln, weshalb eine vollständige Ausrottung nicht zu erwarten ist.
Gesundheitsrisiken und Verhaltensempfehlungen
Die Haare der Raupen besitzen Widerhaken und können sich in Kleidung und Tierfell festsetzen. Auf diesem Weg sind Verschleppungen in Wohnungen möglich. Beim Menschen und bei Tieren können Hautreizungen, Juckreiz und Atemwegsbeschwerden auftreten. Besonders betroffen sind Hunde, Katzen, Rinder und Pferde.
Vorbeugend sollten stark befallene Bereiche gemieden und Hinweise vor Ort beachtet werden. Sinnvoll ist es, auf befestigten Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. Rinder und Pferde sollten von betroffenen Weiden genommen werden. Raupen, Gespinste oder Nester dürfen nicht angefasst werden. Eltern sollten Kinder gezielt informieren und vor Berührungen warnen.
Kommt es zu einem Kontakt, wird empfohlen, Kleidung zu wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Belastete Kleidung und Schuhe sollten nicht in den Wohnbereich gebracht werden. Duschen und Haare waschen reduzieren das Risiko von späten Reaktionen. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion bei Haustieren sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Bekämpfung in öffentlichen Bereichen und Verwechslungen
Landkreis, Stadt und einzelne Gemeinden haben in öffentlichen und stark frequentierten Bereichen Bekämpfungsmaßnahmen begonnen. In Wäldern und freier Landschaft ist eine Bekämpfung weder möglich noch als sinnvoll erachtet worden. Warnschilder informieren an einigen Wegen über befallene Bäume und Sperrbereiche.
Nicht alle Gespinste an Bäumen stammen vom Eichenprozessionsspinner. Manche harmlose Gespinstmotten können durch großflächige Verpuppung oder Fraß ebenfalls auffallen und werden häufig verwechselt. Diese Arten stellen für Menschen und Tiere in der Regel keine Gesundheitsgefahr dar.
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