Schulen und Betriebe im Landkreis stärken Praxisvermittlung zur Ausbildung
Lehrkräfte aller Schularten und lokale Kooperationspartner haben sich im Landratsamt zum zweiten Mal getroffen, um die Berufsorientierung im Landkreis zu verbessern und die Übergänge in Ausbildung und Beruf zu erleichtern. Anlass für das Zusammentreffen waren der anhaltende Fachkräftemangel und die Beobachtung, dass zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
Zahlen und Trends auf dem Ausbildungsmarkt
Bei dem Vernetzungstreffen präsentierten Vertreter der Arbeitsagentur einen Überblick über den Ausbildungsmarkt. Kfz Mechatroniker zählen demnach zu den beliebtesten Ausbildungsberufen bei jungen Männern, medizinische Fachangestellte bei jungen Frauen. Von 420 jugendlichen Bewerbern konnten nach Angaben der Arbeitsagentur nahezu alle mit einem Ausbildungsplatz versorgt werden. Zugleich standen im Landkreis 510 Ausbildungsplätze zur Verfügung, von denen rund 120 unbesetzt blieben.
Kooperationen, Instrumente und konkrete Beispiele
Organisiert wurde das Treffen von der Bildungsregion in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschafts und Tourismusentwicklung gwt Starnberg. Vertreterinnen und Vertreter betonten die zentrale Vermittlerrolle der Lehrkräfte bei der Berufsorientierung. Anne Boldt von der gwt wies darauf hin, dass viele Jugendliche nach der 10. Klasse eine weiterführende Schule mit anschließendem Studium wählen und deshalb die duale Ausbildung stärker in den Fokus rücken müsse. Sie verwies auf regionale Stärken in Branchen wie Luft und Raumfahrt, Laser und Medizintechnik, Robotik, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien und betonte: Niemand muss den Landkreis verlassen, um einen spannenden Ausbildungsberuf zu finden.
Als Unterstützung für Schulen und Lehrkräfte stehen laut den Organisatoren digitale Plattformen zur Verfügung, darunter „Mein Beruf“ der Agentur für Arbeit und der Digitale Ausbildungskompass der gwt. Praxisorientierte Maßnahmen wie die Aktion Eltern stellen Berufe vor wurden von Jasmin Klingan, Sprecherin der Bildungsregion Landkreis Starnberg, als Beispiele vorgestellt.
Seit dem ersten Treffen im Vorjahr seien gemeinsame Ausbildungsmessen an Schulen organisiert worden, sagte Bildungskoordinatorin Katharina Trägler. Sie zeigte sich zufrieden mit den Fortschritten, forderte aber zugleich fortgesetztes Engagement. Trägler kündigte an, das Vernetzungstreffen künftig einmal jährlich in Kooperation mit der gwt anzubieten. Diskutiert wurde außerdem eine engere Zusammenarbeit nicht nur unter den Schulen, sondern auch mit weiteren Partnern wie den Handwerkskammern, um die Zahl der besetzten Ausbildungsplätze zu erhöhen.
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