TUM entwickelt ersten europäischen KI Chip in 7 Nanometer Technologie

TUM entwickelt ersten europäischen KI Chip in 7 Nanometer Technologie
TUM entwickelt ersten europäischen KI Chip in 7 Nanometer Technologie

An der Technischen Universität München ist nach Angaben der Hochschule der erste in der Europäischen Union entwickelte KI Chip in 7 Nanometer Technologie entstanden. Das neuromorphe Design wurde von Prof. Hussam Amrouch auf Grundlage von Fertigungsstandards des taiwanesischen Herstellers TSMC entwickelt. Ab 2028 sollen die Entwürfe laut Ankündigung in Dresden bei der European Semiconductor Manufacturing Company gefertigt werden, und die Forschungsgruppe plant, künftig jährlich mindestens drei neue Designs vorzulegen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Entwickler begründen das Projekt mit den gestiegenen Risiken in globalen Lieferketten seit der Covid Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und anderen geopolitischen Veränderungen. Ziel sei es, Ausbildung, technologische Entwicklung und Fertigung von KI Chips in Deutschland und Europa zusammenzuführen, damit Hochschulen und Unternehmen Hardware und Algorithmen selbst entwickeln und produzieren können. Zu diesem Zweck hat Amrouch kürzlich das Forschungs und Ausbildungszentrum MACHT AI an der TUM eröffnet, gefördert von den bayerischen Ministerien für Wissenschaft und Wirtschaft.

Technische Ausrichtung: Edge Processing und Neuromorphik

Im Unterschied zu vielen Cloud orientierten KI Chips liegt der Schwerpunkt des Münchner Projekts auf lokaler Datenverarbeitung direkt am Gerät. Die Chips basieren demnach auf dem offenen Befehlssatz RISC V und lassen sich für spezifische Anwendungen maßschneidern. Solche spezialisierten Lösungen sind nach Ansicht der Entwickler effizienter als universelle Beschleuniger. Als Beispiele nennen sie medizinische Anwendungen zur Aufzeichnung und Auswertung von Herz- oder Hirnsignalen sowie den Einsatz von Sprachmodellen. Perspektivisch sehen die Forscher den Einsatz auch in der Steuerungselektronik für Quantencomputer.

Datenschutz und Sicherheit als Argumente für lokale Produktion

Die TUM betont, dass lokale Verarbeitung und die Kenntnis der internen Hardware Sicherheitsvorteile bieten. Wenn Design und Fertigung in Europa verbleiben, lasse sich laut den Projektleitern besser ausschließen, dass Dritte ungewollten Zugriff erhalten oder Malware wie Trojaner eingeschleust wird. Vor allem für Branchen mit hohen Sicherheitsanforderungen wie Autoindustrie und Verteidigung sei Vertrauen in die Hardware entscheidend.

Politische Resonanz und Ausblick

Vertreter aus Bayern würdigten das Projekt als wichtigen Baustein für ein regionales Halbleiter Ökosystem. Der bayerische Wissenschaftsminister hob Leistung, Energieeffizienz und Sicherheit des Chips hervor und bezeichnete das TUM Zentrum als Herzstück der regionalen Halbleiterstrategie. Der Wirtschaftsminister betonte die Bedeutung eigener technischer Kompetenz für die wirtschaftliche Gestaltung der KI Entwicklung. TUM Präsident Thomas Hofmann verwies auf geopolitische Risiken und die Notwendigkeit, Spitzentechnologie in Deutschland und Europa zu entwickeln und zu produzieren. Die Hochschule nennt als nächstes Ziel die regelmäßige Erstellung weiterer Entwürfe und die Fertigung in Dresden ab 2028.

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